Gemüsegartenplanung 2019

Immer wieder im Winter, wenn ich mich nach Grün sehne, beginne ich mit der Gemüsegartenplanung. Wenn ich plane, überlege ich mir vor meinem inneren Auge, wie es im Sommer aussehen soll. Wo es blühen soll, wo mein Gemüse wächst. Ich male mir im Kopf Bilder von satten, roten Tomaten und knackigen Salatköpfen.

Selbst wenn ich mich am Ende nie zu 100% an den den Gartenplan halte, so ist die Arbeit am selbigen doch immer wieder eine Freude. Es weckt die Lust auf die bald explodierende Natur. Und die Vorfreude mit den Händen im Dreck zu wühlen wird geweckt. So fülle ich die trübe Zeit im Winter gedanklich mit viel Grün.

Für meine Gartenjahr 2019 stehen mir 7 Beete zur Verfügung. Diese möchte ich natürlich möglichst prall mit Gemüse und Blumen füllen. Nicht nur weil ich einen eher kleinen Garten habe, in dem ich viel umsetzen möchte. Nein auch weil so prall gefüllte Rabatte einfach schön anzusehen sind. Und viel pflegeleichter sind sie auch. Ein Teil der Beete hat die Maße 1.20 x 1.20 m, ein paar sind etwas länger dafür schmaler. Also alles eher kleine Beete auf die, wie du unten sehen wirst, aber ein Menge drauf soll.

Daneben haben ich noch 2 Frühbeetkästen und einige große Holzkisten in denen auch Gemüse wachsen wird. Die Liste der Pflanzen die in meinem Garten Platz finden sollen ist, wie jedes Jahr, lang. Ich lege dabei Wert auf Mischkultur. Dazwischen dürfen also auch immer mal wieder ein paar Blumen blühen.

Die Beete im Überblick

Beet 1

Lauch - späte Möhren - Radieschen - Kerbel - Salat - Erbsen

Im ersten Beet geht es schon Ende März los. Hier säe ich jeweils 2 Reihen Erbsen, Salat, Kerbel, Radieschen im Wechsel. So früh im Jahr decke ich das Beet noch mit Vlies zu. Ende Mai säe ich die Möhren in die bereits entstanden Lücken. Ab Mitte Juni wird das Beet leerer und die Erbsen sind abgeerntet. Dann lass ich den vorgezogenen Lauch aufs Beet frei.

Beet 2

Bohnenkraut - Buschbohnen - Rote Bete - Feldsalat - Grünkohl

Im April kommen in die Mitte des Beetes 2 Reihen Rote Bete. Ich säe sie direkt und vereinzle sie dann bei Bedarf. Die Samen der Rote Bete sind ja verhältnismäßig groß und lassen sich einfach dosieren. Im Mai kommt jeweils neben die Rote Bete eine Reihe Buschbohnen und daneben ein paar Pflanzen vorgezogenes Bohnenkraut, für den guten Bohnengeschmack.

Nach der Bohnenernte im August pflanze ich an ihre Stelle die vorgezogenen Grünkohlpflanzen für den Winter. Die Rote Bete bleibt noch bis ca. September und wird dann durch eine breitwürfelige Feldsalatsaat ersetzt.

Beet 3

Kopfsalat - Brokkoli - Spinat - Sellerie - Fenchel

Im März säe ich zwei Reihen Spinat in die Beetmitte. Jeweils am Beetrand pflanze ich eine Reihe vorgezogenern Kopfsalat mit soviel Abstand, dass im Mai noch die Brokkolipflanzen dazwischen passen. Zwischen den Spinat setze ich im Mai die Selleriepflanzen. Der Spinat darf dabei noch solange stehen bleiben, bis er zu schießen beginnt. Schießt er, wird er gehächselt und darf als Mulchschicht liegen bleiben. Anfang Juli wird der Brokkoli langsam erntereif und an seine Stelle kommen die Fenchelpflanzen.

Beet 4

Kohlrabi - Spinat - Pflücksalat - Dill - Radischen - Rosenkohl - Buschbohnen - Feldsalat

Ab März säe ich an den Rändern Spinat, Pflücksalat, Dill und Radischen aus. In die Mitte wird von mir eine Reihe vorgezogener Kohlrabi gepflanzt. Hier habe ich mich für eine blaue Sorte entschieden, die ich bereits auf der kühlen Fensterbank im Februar vortreibe. Wenn du selber im Februar auf der Fensterbank Kohlrabi vortreiben möchtest, brauchst du dazu wirklich genug Licht und eher nidrige Temperaturen, damit er dir nicht in die Höhe schießt.

Das Beet ist Ende Mai bis auf den Pflücksalat weitesgehend wieder abgeerntet. Hier säe ich nun an den Rändern jeweils eine Reihe Buschbohnen. In die Mitte des Beeten kommen die Rosenkohlplanzen, die hier nun bis tief in den Winter stehen bleiben dürfen. Ab September, wenn die Buschbohnen abgeerntet sind, werde ich um den Rosenkohl Feldsalat oder Spinat säen, jenachdem was mir dann noch fehlt. Mit ein wenig Stroh bedeckt, kannst du beides sehr lange ernten.

Beet 5

Puffbohnen - Zwiebeln - Kartoffel

Bei offenen Boden kommen ab Februar die Puffbohnen in die Erde. Bei frostigen Februarwetter ziehe ich diese im Frühbeet vor und verplanze sie, sobald der Boden wieder offen ist. Zwischen den Reihen stecke ich Zwiebeln. Nach den Puffbohnen Ende Mai kommen die vorgezogenen Kartoffeln an ihre Stelle. Ich pflanze verschieden späte Sorten und kann so laufend Ernten.

Beet 6

Mais - Kürbis - Stangenbohnen

Das Indianerbeet oder Milpa genannt. Schon vor Jahren hatte ich es einmal versucht, allerdings wollte mir der Mais damals nicht so recht gelingen. Sicher lag es damals am nicht so optimalen Sommer und die Lage war auch eher mau von mir überlegt. Dieses Jahr kommt das Beet also in die Vollsonne und ich hoffe auf einen gnädigen Sommer, aber bitte nicht ganz so heiß wie letztes Jahr, das fand der Mais ja auch nicht so lustig.

Was ist also ein Indianerbeet? Eine Mischung aus Mais, Stangenbohnen und Kürbis. Die Pflanzen unterstützen sich beim Indianerbeet gegenseitig. Der Mais dient den Bohnen als Rankhilfe und der Kürbis beschattet den Boden. Die Bohnen beliefern die Wurzeln von Mais und Kürbis mit Stickstoff. Also das absolute Dreamteam, wenn denn alles so klappt wie geplant.

Für die Milpa ist ein wenig Planung nötig. Der Mais wird ab April vorgezogen, die Kürbis Anfang Mai. Mitte/Ende Mai kommen Mais und Kürbis ins Beet. Um den Mais stecke ich 3-5 Stangenbohnensamen.

Beet 7

frühe Möhren - Gemüsezwiebel - Spinat - Kohlrabi - Salat - Mangold

Hier pflanze ich ab März die vorgezogenen Gemüsezwiebeln, wenn sie denn was werden, ganz sicher bin ich mir hier noch nicht. Als Notfallplan kommen eben Steckzwiebel zum Einsatz. Zwischen die Zwiebelreihen habe ich zwei Reihen frühe Möhren und Spinat geplant. Der Spinat macht später den Platz für Kohlrabi frei.

Nach der Möhrenernte kommt hier mein Mangold aufs Beet. Die Gemüsezwiebel machen Platz für Salat. Je nachdem wie lange die Zwiebel brauchen, entscheide ich hier noch welcher es sein wird.

Im restlichen Garten verteilt

In den Kübeln

Hier verteilen sich die Chilis, Kirschtomaten und die Süßkartoffeln. Die Lücken werden mit Salat, Radieschen und Kohlrabi je nach Bedarf und Platz gefüllt. Die Kübel werden von mir zum Teil mit Blähton und Erde gefüllt. Der Blähton soll zusetzlich Wasser speichern und Staunässe verhindern. Bevor die im Mai die Sonnenanbeter in die Kübel kommen, dienen mir diese auch als Vorzuchtsstation für andere Pflanzen.

In den Frühbeetkästen

Im Februar geht es hier los mit der Vorkultur der Puffbohnen, so der Boden denn nicht offen sein sollte. Ist der Boden offen kommen diese direkt ins Beet 5.

Ab März gehts hier richtig los. Brokkoli, Grünkohl, Rosenkohl, Kohlrabi, Salat, Zwiebeln und Lauch kommen zur Vorkultur in einen Frühbeetkasten. In den zweiten kommen die im Haus vorgezogenen Kohlrabi- und Salatpflanzen und es werden Radieschen, Kresse, Dill und Kerbel ausgesät.

Im Mai ziehen die Vorkulturen aus und es ziehen Paprika und Auberginen in die Frühbeetkästen. Die Lücken am Boden fülle ich mit Gurken und Zucchini, die ich schon im Haus vorgezogen habe.

Ab August/September wird es in den Kästen wieder etwas leerer, dann wird dort Feldsalat, Mangold, Spinat, Wintersalat und Winterpostelein gesät. Wenn es draußen wieder frostig wird, kommt die Abdeckung wider auf die Frühbeete und so kann den ganzen Winter geerntet werden.

Kräuter und Co

Die Kräuter verteilen sich bei mir überall im Garten. Die mehrjährigen haben am Staudenbeet einen fixen Platz. Dort tummeln sich Rosmarin, Salbei, Thymian und andere Sonnenanbeter. Minze und Melissen habe ich in Töpfen gepflanzt.

Die Einjährigen verteile ich wo auch immer sie Platz finden. Borretsch, Petersilie, Kerbel, Koriander, Dill und viele mehr finden im laufe des Jahres schon irgendwo eine passende Lücke. Mein Schnittlauch wächst als Beetbegrenzung an einem Beet, ebenso wie Bergbohnenkraut.

Wie du siehst, hat auch auf kleinem Raum eine Menge Platz, es erfordert einfach ein wenig Planung. Wenn du noch mehr Inspiration und Ideen suchst, habe ich einen kleinen Buchtipp für dich. Bei der Gemüsegartenplanung lasse ich mich gerne von Buch Mischkultur im Hobbygarten von Christa Weinrich inspirieren. Eine tolles kleines Büchlein, welches ich mir vor vielen Jahren gekauft habe und was mir jedes Jahr aufs neue bei der Planung hilft.

Viel Spaß und Freude in der neuen Gartensaison!

Bildquelle: Albedo  / pixelio.de

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