Weniger ist manchmal mehr, das sagte meine Mutter schon immer, wenngleich sie damit eher Dinge wie Make-up und Co. meinte. Im letzten Sommer musste ich allerdings auch feststellen, dass ich es vielleicht ein wenig zu gut mit meinem Gemüsegarten in Mischkultur meinte. Nicht allen Pflanzen tat das gut und einige litten dann doch ein wenig unter Platzmangel. Man unterschätzt den Wuchs so mancher Pflanze doch ganz gerne. Dieses Jahr ist also das Ziel ein wenig mehr Platz zum Wachsen einzuplanen. Das bedeutet allerdings auch, auf die ein oder andere Pflanze werde ich verzichten müssen.

Worauf kann ich im Gemüsegarten verzichten?

Indianerbeet

Das Indianerbeet hatte dieses Jahr seine letzte Chance. Nein, wirklich! Da hatte ich so wunderschöne vorgezogene Mais- und Zucchinipflanzen. Wir hatten es schon Anfang Mai total schön und die Temperaturen riefen laut „raus damit“. Ich war standhaft und sie durften erst Mitte Mai ins Beet und was kam dann? Natürlich, Nachtfrost Anfang Juni. Einmal alles erfroren. Zwar ging die Nachsaat gut auf und die Zucchini konnten aufholen, aber für den Mais war es zu recht spät. Die paar Kolben wurden zudem nicht richtig bestäubt, da half auch kein an den Pflanzen rütteln und schütteln. Die Bohnen zwischen dem Mais kamen auch nicht, obwohl sie sich an anderer Stelle sehr gut entwickelten. Mein Fazit, das Indianerbeet mag in Südamerika gut funktionieren, in meinem oberbergischen Garten allerdings nicht.

Außerdem hatte ich dieses Jahr viel zu viele Möhren. In den letzten Jahren wollte es mit ihnen nicht so gut klappten. Sie keimten nicht so gut. Dieses Jahr klappte es mit einem kleinen Trick total gut und zack, Möhrenüberschuss. Es gibt schlimmeres, keine Frage, dennoch werde ich für die kommende Saison weniger Reihen planen.

Auch mit dem Grünkohl hatte ich es zu gut gemeint. Klar freue ich mich jetzt über frisches Grün aus dem Garten, aber meine Familie wandert sicher aus, wenn ich den ganzen Kohl verarbeite. Außerdem habe ich damit etwas zu früh begonnen. Mein Grünkohl hätte schon im August geerntet werden können, so groß war er. Mein Brokkoli hingegen hatte es nicht so gut. Wobei das Problem hier wohl eher der heiße Sommer war, der die Röschen direkt in Blüte schießen ließ. Er bekommt noch eine Chance, aber zum Testen erstmal im kleineren Rahmen.

Was muss auf jedem Fall in den Gemüsegarten?

Erbsen und Salat

Sehr bewehrt hat sich die Kombination Erbsen und Salat. Auch in der neuen Gartensaison wird es diese Kombination wieder bei mir geben. Der Salat profitierte vom Schatten der Erbsen und die Erbsen bekamen am Fuß durch die dicken Salatköpfe natürlichen Halt, so musste ich sie nicht anhäufen. Leider war es für Radieschen in den Lücken in der letzten Saison einfach zu heiß, aber in normalen Sommern gefällt es ihnen in dieser Kombination sicher auch gut.

Kartoffel und Grünkohl kombinierten sich auch sehr gut, wenngleich ich mit dem Grünkohl etwas zu früh unterwegs war. In der nächsten Saison werde ich Dicke Bohnen im Frühbeet vorziehen und zwischen ihnen Platz für die Kartoffel lassen. Wenn die dicken Bohnen abgeerntet sind, sollte es gerade recht für den Grünkohl sein. Wenn dieser dann anfängt Platz zu brauchen, sind die Kartoffel erntereif und kommen vom Beet. Hier ist das richtige Timing das A und O.

Für die Buschbohnen muss ich mir eine bessere Lösung suchen. In der letzten Saison hatte ich sie neben den Kartoffeln, die ihnen aber nicht genug Platz ließen. Hier muss ich entweder ein breiteres Beet einkalkulieren oder mir doch einen anderen Pflanzpartner suchen. Es wird wohl eher auf letzteres hinaus laufen. In der näheren Auswahl stünde hier Kohlrabi.

Stangenbohnen

Für die Stangenbohnen brauche ich ein stabileres und höheres Konstrukt. Sie fühlten sich wirklich wohl im Garten und haben mein Gerüst am Ende gestürzt. Allerdings waren sie super schön und müssen auf jedem Fall wieder in den Garten. Ein stabiles und ausreichend hohes Gerüst soll vors Küchenfenster und somit als Sichtschutz zum Nachbarhaus dienen. Die weiß blühende Sorte darf, in der Hoffnung, dass es auch weiße Bohnen werden, vielleicht sogar am Zaun ranken, denn die Blüten waren wirklich eine Augenweide. Gesät hatte ich allerdings nur Feuerbohnen, wie daraus eine weiße Bohne werden konnte, wissen nur die Genforscher.

Bis auf eine Pflanze Minitomaten werde ich alle anderen in Kübeln an der Hauswand ziehen. Die Sorte „Matina“ wuchs zwar richtig gut unter freiem Himmel, ich muss aber gestehen, so richtig lecker fand ich sie nicht. Die Schale war mir doch zu hart. Die Fleischtomaten im Kübel unterm Dachen waren dafür richtig schön und total lecker.

Paprika

Die Paprika kommen auf jedem Fall auch wieder in Kübeln unters Dach. Sie hatte ich letzte Saison das erste Mal gepflanzt und war total begeistert vom Ertrag. Wobei ich auch eine Pflanze zum Vergleich ins Freiland pflanzen werden. Hier habe ich also noch überhaupt keine Erfahrungswerte und kann schwer einschätzen, ob sie im Freiland nicht gedeihen. Da ich die Pflanzen aber selber vorziehe und reichlich Samen geerntet habe, kostet mich ein Versuch nur etwas Platz, den ich ja dank der fehlenden Tomaten übrig habe. Ich hatte mich für die Sorte „Sweet Banana“ entschieden.

Ein grober Plan für die neue Gartensaison steht also schon. Die nächsten Tage werde ich die Beete genau planen. Da die Erde letztes Jahr durch das anlegen der Mauer komplett neu angeschüttet wurde, musste ich mir über den Fruchtwechsel noch keine Gedanken machen. Das ist in dieser Saison anders. Sobald die Beetplanung steht, kann das Saatgut geprüft werden und dann werde ich hier nochmal einen genauen Beetplan zum Nachpflanzen einstellen, wie es ihn auch schon im letzen Jahr gab. Dieses Mal werde ich natürlich auch etwas genauer auf das Thema Fruchtfolge eingehen.

Nun wünsche ich dir einen guten Start ins neue Jahr!


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