Winter ist, wenn der Gärtner krampfhaft nach Gartenarbeit sucht. Mal ganz ehrlich, im Dezember sind wir noch abgelenkt durch die Weihnachtsfeiertage. Man hat reichlich mit der Vorarbeit zu tun. Aber danach fällt so manch Gärtner in ein tiefes Gartenloch. Man würde gerne, viel ist da aber nicht. Wenn man nicht gerade Obstgärtner ist und die Bäume zu pflegen hat, kann der Januar schonmal recht lang werden. Sicher nicht so lang wie der Februar, der angeblich kürzeste Monat im Jahr. Aber zu ihm komme ich später.

Die Hauptaufgabe im Januar, heißt also Beschäftigung suchen. In den letzen Jahren bin ich, was dies betrifft recht kreativ geworden. Und das war auch bitter nötig, denn sehr groß ist mein Garten nicht. Hier wachsen also nicht sehr viele Bäume, über deren Schnitt ich mir Gedanken machen muss. Schnee fällt auch kaum, daher bin ich auch weniger damit beschäftigt die Einfahrt frei zu räumen und dafür Sorge zu tragen, dass die Schneelast nichts kaputt bricht. Was also tun?

Weihnachstbaum zerstückelt im Garten zu finden

Anfang Januar fliegt bei mir der Weihnachtsbaum raus und die Äste des selbigen, werden über empfindlichen Pflanzen als Winterschutz verteilt. Ich schütze hier bevorzugt meine Rosmarinsträucher vor der Tür und die Hortensien. Die Rosen werden im Herbst mit Erde angehäufelt, bekommen aber auch etwas Reisig, wenn der Baum groß genug war. In meiner Region reicht das vollkommen, meist kommen die ersten harten Fröste erst viel später. Der Rest des Baumes landet am Holzhaufen und kann im nächsten Winter in die Feuertonne wandern.

Im Januar gießen nicht vergessen

Wichtig im Januar, die Pflanzen die vielleicht unterm Dach an der Hauswand stehen ab und zu gießen. Vor allem die Knospenheide in den Töpfen freut sich darüber und überlebt so mit ein wenig Glück den Winter und kann ins Beet wandern. Aber auch andere im Herbst gekauft Pflanzen, welche die Töpfe schmücken sind durchaus mehrjährig. Hier lohnt es sich, bei hübschen Exemplaren, genauer hinzusehen. Da die Pflanzen im Winter meist nicht erfrieren sondern vertrocknen, kannst du hier mit ein wenig gießen wahre Wunder vollbringen.

Auf Schnäppchenjagd im Januar

Januar ist auch die Zeit, Ausschau nach Schnäppchen zu halten. In diesem Monat bestelle ich meist ohnehin fehlendes Saatgut nach und da lohnt ein Blick in die Sale Abteilung. Manche Blumenzwiebel sind jetzt für kleines Geld zu bekommen. Gerne bleiben, die sonst sehr teuren und hochwertigen, liegen und man bekommt sie zu wirklichen Traumpreisen. Wenn der Boden noch offen ist, kannst du die Zwiebeln noch bedenkenlos ins Beet stecken, sie blühen dann vielleicht ein wenig später, als ihre im Herbst gesteckten Freunde. Oder du füllst einfach ein paar Töpfe mit Blumenerde und treibst sie dort an. Wenn es sehr kalt ist, wickle ich eine dicke Decke um die Töpfe und stelle sie an die Hauswand. Gießen nicht vergessen! Pünktlich im Frühling treiben die Zwiebeln dann aus und können nach der Blüte einfach ins Beet oder in den Keller wandern.

Der Klassiker – Gemüsebeet planen

Jetzt ist auch die Zeit, in der du in Ruhe deine Gemüsebeete fürs nächste Jahr planen kannst. Das Stöbern in den neuen Saatgutkatalogen macht Freude und bringt mich immer wieder dazu, auch mal Neues zu probieren. Um zu wissen wieviel Platz über ist, macht es Sinn ein wenig zu planen, was auf welches Beet kommen soll. Wie schon erwähnt, mein Garten ist eher klein und meine Wunschliste immer lang. In der Regel halte ich mich nie exakt an diesen Plan, aber es verschafft mir einen gewissen Überblick. Und ich weiß was am Ende an Saatgut nachgeordert werden muss und für was mir einfach der Platz fehlt.

Neue Bauprojekte planen

Im Winter läßt sich auch der Garten toll vermessen. Wenn du also neue Bauprojekte planst, ist jetzt die Zeit gekommen, mit dem Zollstock in den Garten zu gehen. Dadurch dass die Stauden alle eingezogen sind, kommt man doch leichter an diverse Ecken, die im Sommer einfach zugewachsen sind. Bei offenen und nicht zu nassen Boden lassen sich im Januar durchaus neue Mauern und Beete anlegen, wenn sich darauf keine Pflanzen befinden, welche umgesiedelt werden müssen. Dann kann man, sobald es im Frühling wärmer wird, direkt mit der Neubepflanzung beginnen.

Erste Aussaat auf der Fensterbank

Im Januar beginnt bei mir auch die erste Aussaat „auf der Fensterbank“ bzw. bei mir im Wintergarten wo die Pflanzen von 3 Seiten viel Licht bekommen können. Viele Pflanzen sind es um diese Zeit noch nicht und sicher musst du auch darauf achten, ob du in der Wohnung ein helles, nicht zu warmes Plätzchen finden kannst. Hast du das nicht, müsstest du auf Kunstlicht ausweichen, was für mich aus ökologischen Gründen eher nicht in Frage käme. Da wäre mir im Januar der Stromverbrauch einfach noch zu hoch.

Aussaat im Freiland

Dieses Jahr hatte ich zum ersten Mal Winterpostelein oder Portulak ausgesät. Im Januar war ich damit spät dran. Generell kannst du damit schon ab September beginnen, wenn die Temperaturen unter 12 °C fallen. Denn der Winterpostelein braucht es kühl. Ich habe ihn in der ersten Januar Woche gesät und ca. 14 Tage später konnte ich die ersten Keimlinge sehen. Er hat sich noch gut entwickelt und ich konnte viel davon ernten. Wenn du in einer Region lebst, in der es im Winter gerne schneit, kannst du ihn einfach in den Frühbeetkasten säen oder einen Kübel an der Hauswand, wo kein Schnee dran kommt oder du deckst ihn eben locker mit ein wenig Reisig ab. Bei mir hat er sich erfolgreich wieder selbst ausgesät und diesen Winter kann ich schon fleissig ernten. Man sollte ihn also in eine stille Ecke säen, in der man nicht ständig gräbt, dann hat man mit nur einer Aussaat lange Freude.

Aussaatplan für Januar

PflanzeTemperaturKeimdauerLichtkeimerAussaatort
Pelargonie
Geranie
20-22 °C15-20 Tage
(hier waren sie nach 4 Tagen! da)
jaFensterbank
Vorkultur
Chili
Paprika
22-28 °C7-14 Tage
(auch nach 14 Tagen kamen noch Keimlinge – also Geduld9
neinFensterbank
Vorkultur
Gemüsezwiebel15-20 °C14-21 TageneinFensterbank Vorkultur
Postelein
Winterportulak
unter 12 °C
Kaltleimen
7-14 TageneinDirektsaat

Vögel füttern nicht vergessen

Gerade im Januar fangen die Vögel bei mir an richtig hungrig zu werden. Meist füttere ich sie schon im Herbst an, damit sie wissen wo das Futter steht. Zu dieser Zeit kommen aber meist nur die Elster. Die kommen eigentlich immer, wenn ich im Garten raschle … Bis Anfang Januar verirrt sich meist nicht ein einziger Singvogel zu mir (das liegt nicht am Singvogelsterben – wir haben hier eine Krähenkolonie, also ein „natürliches“ heißes Pflaster für Singvögel). Das ist die Zeit in der ich mir immer denke „Mensch fütterst du nur die Elstern?“. Aber pünktlich im Januar geht es dann los. Die Meisen sind die Ersten, sitzen auf der Robinie in Schlange und warten brav bis die Stelle am Futterhaus für sie frei ist. Dannach kommt auch der Rest, den ich immer sehr schlecht bestimmen kann. Vielleicht auch eine Beschäftigung für den Januar? Danach darf ich eigentlich bis September durchfüttern. Vermutlich fliegen dann alle zum Futterhaus meiner Schwiegermutter, die fängt dann nämlich an und dort ist immer die Hölle los. Undankbare Herde!

Wenn also die ersten richtige Blüte noch auf sich warten läßt und das Gartenherz nach Grün ruft, ganz im Wintertief muss man nicht verschwinden. Es gibt immer ein wenig Arbeit mit der man sich das große Warten auf die nächste Saison ein wenig versüßen kann.


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