Der Dieb in meinem Garten

Beflügelt von den tollen Bildern meiner Pinterestsammlung, habe ich mich dieses Jahr daran gemacht Vogelfutter für den Garten in möglichst hübschen Formen selber zu machen. Eineiseits um den Vögeln etwas gutes zu tun, man weiß ja nun wieviel Schrott in den oft angebotenen Meisenknödeln verarbeitet wird und auch die ollen Netze drumherum müssen einfach nicht sein. Aber auch weil es einfach soviel wirklich hübsche Ideen gibt. Vor meinem geistigen Auge habe ich die Bilder also schon gesehen. Kleine süße Singvögel die auf meinen selbstgemachten Futterkuchen sitzen und picken. 

Nun die Wirklichkeit sieht ja in vielen Fällen ganz anders aus. Auch dieses Mal hat mich das wahre Leben eikalt erwischt, denn Singvögelchen haben ich in meinem Garten keine gesehen. Sehr wohl aber verschwanden einige der Hängerchen spurlos von einem auf den anderen Tag. Spätestens hier hätte ich auf den Gedanken kommen sollen, den hübschen Vogelfutterkuchen schnell zu fotografieren. Wer aber denkt denn schon daran, das so ein fetter dicker Vogelfutterkuchen einfach spurlos verschwinden würde?

Wenige Stunden später war es allerdings passiert, kein Krümmel war mehr von ihm zu sehen. Dies läßt vermuten, dass sich hier einer nicht nur an einzelnen Körner bedient hat, sonder einen ganzen Kuchen ins Haus geholt wurde. Schon zu früheren Zeiten verschanden ab und an Meisenknödel auch exakt diese Art. Aber wer mag sie hier schon wunder, kommen sie doch direkt in der perfekten Tragetüte daher und laden regelrecht zum Mitnehmen ein. 

Hier stellt sich die Frage “Wer macht denn sowas?” Die Nachbarn könnte man im Verdacht haben, aber was sollen sie mit dem ganzen Vogelfutter. Einhörnchen stehen auf meiner Liste auch sehr weit oben, immerhin haben die felligen Gesellen sowas wie Hände, mit denen sie Dinge einfach wegtragen könnten. Hauptverdächtige in diesem Fall sind aber meine Freunde die Krähen, die da auf den Dächern sitzen und mich beobachten. IMMER! Vor allem aber beklauen sie mich, wann immer nur möglich. Und wenn sie erstmal die Fährte aufgenommen haben, hat man keine Ruhe mehr. 

So wird das Bohnenlegen zur Top-Secret-Aktion in der Hoffnung sie schlafen noch. Und am Kaffeetisch werden Teilchen immen abgedeckt, denn guckt man einmal nicht hin, Teilchen weg. Gut nun könnte man auch in diesem Fall seinen Nachbarn beschuldigen.. aber wenn man den Übeltäter dann am Horizont fliegen sieht, mit wohlbekanntem Teilchen, weiß man, man wurde Opfer der verfressenen Federgang. Auch Ostereier verstecken beöntigt exaktes Timing. So geht es bei uns zu Ostern immer recht fix zur Sache. Die Divise für die Kinder lautet “wer findet die Nester schneller, ihr oder die Krähen?” 

Da die schwarzen gefiederen Gefährten nun unter Naturschutz stehen und mittlerweile zu den bedrohen Arten gehörten, kann ich mir immerhin auf mein Karmakonto einen sehr fetten Pluspunkt malen. Und so lebe ich also mit dem Gedanken, dass ich einer armen, hungrigen Krähenfamilien ein kleine Freude machen konnte. Und stelle mir dabei vor, wie eines der Krähennester nun hübsch dekoriert mit vielen kleinen Vogelfutterplätzen ist und in der Mitte steht er, der königliche Kuchen und darum versammelt, die glückliche Krähenfamilie.

Na dann “Mahlzeit”!

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