Chilis auf der Fensterbank vorziehen

Regelmäßig im Januar, spätestens aber im Februar trifft mich das Wintertief mit voller Wucht. Dann sehne ich mich nach Gartenarbeit und frischem Grün. Dieses Jahr fing es schon sehr früh an, denn der Sommer 2017 war nicht sehr ergiebig und ich konnte mein Hobbygärtnerherz einfach nicht genug betanken. So früh im Jahr läßt sich aber auch einfach noch nicht soviel vorziehen, die einzige Ausnahme bildet hier wohl die Chili. Denn für die Chilis auf der Fensterbank ist jetzt genau die richtige Zeit zu starten.

Chilis auf der Fensterbank

Kann man Chilis denn überhaupt auf der Fensterbank ziehen? Naja, fast. Generell würde ich meine Chilis wohl nicht das ganze Jahr dort stehen lassen. Spätestens im Frühling, wenn die Temperaturen milder werden, ziehen meine Chilis tagsüber mit mir mit um in den Garten bzw. auf die Terrasse. Abends ziehen sie wieder mit rein in den warmen Wintergarten. Und nach den Eisheiligen bekommen sie ein schön geschütztes Plätzchen mit viel Sonne vor der Tür.

Geschützt muss das Plätzchen hier zu Lande vor allem vor Regen sein. Hier im Oberbergischen neigen die Sommer nämlich dazu recht regenreich zu sein. Vor allem meinen Tomaten im Freiland bekommt dies überhaupt nicht, weshalb ich diese Versuche längst aufgegeben habe. Und gerade die Chilis mögen es eben auch nicht zu feucht. Da ich auf die schönen Südländer aber nur ungern verzichte, bekommen sie einen schön regengeschützen und sonnig Platz von mir direkt vor der Haustür. Gut andere Menschen haben dort hübsche Deko stehen, bei wächst dort eben Gemüse.

Aussaat im Haus

Da ich meine Pflanze gerne alle selber aus Samen vorziehe, das ist eine dieser seltsamen Anforderungen an mich selber, ich bin einfach gerne von Anfang an dabei, fange ich mit den Chilis schon im Januar an. Paprika und Chilis haben eine sehr lange Kulturzeit. Um also im Sommer auch tatsächlich Früchte zu haben, fängt man besser frühzeitig an. Generell könnte man Chilis auch überwintern, da mir dazu allerdings der helle und doch kühle Ort fehlt, geht dies meist in die Hose. Wer allerdings wie ich im Januar beginnen möchte, sollte für seine Chilis ein sehr helles Plätzchen oder eine Tageslichtlampe sein eigenen nennen, denn die Kleinen brauchen bis zu 14 Stunden Licht am Tag. Bei mir stehen sie im Wintergarten, dort gefällt es ihnen sehr gut.

Aussaat und Keimdauer

Die Samen säe ich in einer flachen Anzuchtschale, am besten in Anzuchtserde, ich vereinzle die Pflanzen später und hole mir nur die richtig schön starken raus und pflanze sie dann in etwas größere Töpfe. Die Chilisamen brauchen im Schnitt 4-12 Tage ehe sie keimen, allerdings hat die Erfahrung gezeigt, dass manche Sorte auch gerne mal ein paar Tage länger brauchen. Alles was nach einem Monat nicht gekommen ist, kann aber wohl als tot angesehen werden.

Wichtig ist es die Erde in der Zeit gut feucht zu halten. Ein Zimmergewächshaus ist optimal, aber es reicht auch die Schalen mit Frischhaltefolie (mit ein paar Luftlöchern) abzudecken. An vielen Stellen wird geraten die Samen vor der Aussaat 24 Stunden zu wässern, was die Keimfähigkeit erhöhen soll und die Samen sollen dadurch auch schneller keimen. Ich habe dieses Mal also die Hälfte gewässert und die andere Hälfte normal in die Erde gesteckt. Hier werde ich euch auf dem Laufenden halten, ob das Wässern sich tatsächlich lohnt.

Sorten

Der Auswahl der Samensorten ist gigantisch groß, gerade im Internet könnte man hier schnell in einen Kaufrausch verfallen. Ich für meinen Teil habe mich dieses Jahr für 2 Sorten entschieden. Die Klassiker Cayenne und Jalapeno sind zwar nicht die schärfsten der Welt, aber für mich gerade recht. Generell mag ich es scharf, aber eben nicht schmerzhaft scharf. Jedem eben so das seine. Wer es richtig schmerzhaft mag, sollte wohl zu einer anderen Sorte greifen.

Meine Samen bestelle ich immer Online, mit den Gartencentern hier vor Ort hab ich teilweise eher schlechte Erfahrungen gemacht. Die Samen dort sind oft sehr alt, werden über die Wintermonate nicht besonders gut gelagert und halten gerade noch das Jahr in welchen ich sie gekauft habe evtl. noch das Jahr danach. Dadurch gehen von diesen Samen sehr viel weniger auf, als wenn ich ganz frische Samen verwende. Bestellt wird hier jetzt schon seit einigen Jahren bei im Samenhaus. Die Auswahl ist toll und die Ware immer sehr frisch.

Meine Chilis kamen am 6.1. in die Erde. Die nächsten Tage und Wochen werde ich euch über den Fortschritt berichten und im Sommer darf ich euch vielleicht sogar eine paar tolle Bilder der Ernte liefern.

Fotos © w.r.wagner  / pixelio.de

 

 

 

 

 

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